Regierung: Deutschland kann EU-Vorgabe für Biokraftstoffe erfüllen

vorwärts, 18. April 2006

5,75 Prozent des gesamten Treibstoffs in Deutschland können im Jahr 2010 die Biokraftstoffe aus heimischer Produktion stellen. Somit hätte die Bundesrepublik die EU-Vorgabe eingehalten. Dies gab die Regierung als Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag bekannt.

vorwaertsUm das Ziel zu erreichen, müssten allerdings zusätzlich 2,5 Millionen Hektar Fläche mit Ölpflanzen und Getreide zur Herstellung von Biodiesel oder Bioethanol bebaut werden. Das entspricht rund einem Fünftel der Ackerflächen und ließe weniger Platz für andere nachwachsende Rohstoffe.

Importierte Biokraftstoffe und solche aus heimischer Erzeugung können nach Ansicht der Bundesregierung die Abhängigkeit vom Erdöl verringern. Darüber hinaus bewirke ihr Einsatz einen reduzierten Kohlendioxidausstoß und verminderte Emissionen von Treibhausgas und Feinstaub.

Doch nicht jeder sieht Biodiesel derart positiv. Ein Bündnis von 35 Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen kritisierte heute in Berlin, dass der Biodiesel-Boom auf Kosten der Regenwälder und ihrer Bewohner in Indonesien gehe. „In der Diskussion wird die Situation der Menschen vor Ort vernachlässigt“, sagte Marianne Klute von der Organisation „Watch Indonesia!“.

Grund dafür sei die steigende Nachfrage von Palmöl als Grundstoff für Biodiesel. Für die platzintensiven Palmölplantagen werde häufig Regenwald per Brandrodung zerstört. In dem Aufruf heißt es: „Die Palmölindustrie gehört zu den größten Regenwaldvernichtern.“ Die Unterzeichner fordern darin, dass beim Einsatz tropischer Produkte strenge Kriterien eingehalten werden.

Die indonesische Organisation „Sawit Watch“ kritisierte außerdem Enteignungen von Landbesitzern und schlechte Arbeitsbedingungen der Plantagenarbeiter. Nur Hidayate von „Sawit Watch“: „Wir dürfen unsere Probleme nicht mit Problemen lösen!“.

Manuel Preuten


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